Wer sät, kann auch ernten

  • Brotacker in St. Jakob bringt „reiche“ Ernte

    Edmund Alber aus St. Jakob hat vor einigen Jahren die „Ratschenkinder“ um sich geschart und hat mit ihnen schon einige Aktivitäten gesetzt. Im Mittelpunkt stand und steht dabei immer das Erleben der Gemeinschaft, das Miteinander usw. Im Frühjahr dieses Jahres hat Alber mithilfe vieler „Gotas“ und „Getis“ein besonderes Projekt in Angriff genommen: den Brotacker. Das was die Kinder gepflanzt und gesät haben, konnten sie vor Kurzem ernten.

    Der Weißklar-Apfelbaum hat heuer zwar noch nicht getragen, aber mit Dinkelweizen, Gerste, Hafer, Roggen, Erdäpfel, Blaukraut, Zwiebel, Rohnen, Kohlrabi, Erdbeeren, Erbsen, Bohnen, verschiedene Kräuter, Schnittlauch, Weihrauchstauden und verschiedensten Blumen für den Kirchenschmuck konnten die Ratschenkinder gemeinsam mit Edmund Alber und den vielen HelferInnen kürzlich eine beeindruckende Palette an Früchten der Erde ernten. Bis es aber soweit war, musste einiges an Arbeit und Zeit investiert werden. Angefangen vom Umbrechen des Ackers, dem Säen und Setzen, bis hin zum Jäten und Bewässern war mehr als genug zu tun. „Mir war wichtig, dass die Kinder wieder ein Gespür für die Natur und die Früchte der Erde bekommen“, so Alber. In ein Geschäft gehen und sich dort etwas kaufen, könne jeder. Außerdem findet Alber, dass Kinder auch zur Arbeit erzogen gehören und dass nicht nur Sport, Musik und Bildung usw. wichtig sind. „Wir sollten wieder etwas zur Besinnung kommen. Ein Weg dazu ist für mich, die Herzen der Kinder zu erreichen und dadurch etwas in der Gesellschaft zu bewegen“, betont Alber.

     

    LEHRREICH. Wie ahnungslos Kinder, aber auch Erwachsene heute oft sind, kann man immer wieder feststellen. Die Entkoppelung von Produktion und Konsumation und der offensichtliche Überfluss führt dazu, dass den Lebensmitteln heute vielfach nicht mehr der Stellenwert zukommt, den sie eigentlich verdient haben. Genau hier will Alber ansetzen: Zu wissen, dass man den Boden bearbeiten muss, dass man schmutzige Hände beim pflanzen, säen und ernten bekommt, dass man den Acker pflegen und die Pflanzen bewässern muss usw., und zu sehen, wie alles sprießt und gedeiht und wie leicht die Arbeit in der Gemeinschaft von der Hand geht, ist schon etwas, das heute nur noch die Wenigsten erleben können. Das schöne an der ganzen Sache: Die Kinder machten und machen nicht nur freiwillig, sondern auch mit Feuereifer mit. „Es ist wichtig, dass die Kinder auch lernen, dass, wenn man etwas anfängt, man das auch zu Ende bringen muss“, ist Alber überzeugt.

     

    ERNTE GENOSSEN. Der Brotacker weckte nicht nur das Interesse der Kinder, sondern auch das der Eltern, der Nachbarschaft und so manchem aus den umliegenden Gemeinden. „Die Ernte ist sehr wichtig und das abschließende Erfolgserlebnis, weil alle den ganzen Sommer gearbeitet und auch gewartet haben.“ Mit dabei waren auch die Kinder und LehrerInnen der Volksschulen St. Jakob und St. Anton: Sie halfen mit beim Erdäpfel graben und beim Korn dreschen und reinigen und „Segageti“ Pfarrer Augustin Kouanvih brachte ein Kreuz als Geschenk für die Kinder mit und betete das Vater unser mit allen Anwesenden. Wer arbeitet, muss auch essen und so kamen die Erdäpfel, kaum aus dem Acker, gleich in den Kochtopf, um dann mit Kräutersoße, Butter und Almkäse, gespendet von Kas- und Buttergeti Emil Strolz, Milch von Milchgeti Martin Ladner und Buttermilch vom Buttermilchpaten M-Preis St. Anton genüsslich verzehrt zu werden. Im Rahmen der Ernte wurde auch zwei kleine Leiterwagen mit den Feldfrüchten geschmückt die dann beim Erntedankfest in St. Anton und St. Jakob mitgeführt wurden.

     

    GESCHICHTE GEHT WEITER. Auch wenn Alber die treibende Kraft hinter dem Projekt war und ist, weiß er, dass es ohne die vielen helfenden Hände, die ihm und den Kindern unter die Arme gegriffen haben, nicht gegangen wäre. Ob Ackergota Roswitha Jehle, Saatmaschinen- und Pfluggeti Stefan Alber, Hacker- und Pflanzengeti Richard Jehle, Samengeti Dr. Christian Partl, Erdäpfelgota Landwirtschaftliche Genossenschaft, Jetgotta Buchhammer Helene, Blumen- und Gemüsesetzgota Elfriede Strolz, Gieß- und Hilfgeti Hans-Peter Strolz, Zaungeti Schiclub Arlberg und die Gemeinde St. Anton bzw. die Arbeiter des Bauhofs der EWA, Windmühlengeti Franz Schuler sowie Hilfgeti Alfons Walter und Hilfgota Cornelia Strolz: Alle haben zum Gelingen des Projektes beigetragen. Ans Ausruhen denken Alber und seine Ratschenkinder allerdings auch jetzt nicht, denn nun muss das geerntete Korn getrocknet werden, damit man im Frühjahr daraus das erste Ratschenbrot aus eigenem Anbau backen kann.