Wenn aus Hilfe Familie wird

  • Fast drei Jahre nach Start wurden unzählige Stunden soziale Arbeit in Form von ehrenamtlicher Unterstützung für Menschen mit Bedarf an Betreuung und - ebenso wichtig – begleitende Angehörige geleistet. Wie ist ein solcher Einsatz machbar? Wie eine soziale Vision zur Erfolgsgeschichte wurde.

    Seit Herbst 2012 wird die Soziale Vision Stanzertal "SoViSta" gelebt, getragen von ca 75 HelferInnen.( Mitglieder) Sie sind Herz und Motor, der die soziale Vision in der Nachbarschaft und im Nachbarort täglich möglich macht. Gegen einen Jahresbeitrag von nur 10 Euro kann jeder der 6.500 Einwohner des Stanzertals Mitglied des Vereins SoViSta werden und so direkt von sozialer Betreuung, Besuchs- oder Begleitdiensten profitieren; aber auch pflegende Angehörige werden unterstützt - u.a. durch die Themennachmittage im Wohn-und Pflegeheim. Planung als Gemeinschaftswerk "Es war uns wichtig, die Personen und Drahtzieher aller Ortschaften einzubinden. Nach beinahe einem Jahr Planungsphase konnten wir das generationsübergreifende Projekt für die vier Gemeinden des oberen Stanzertals als "SoViSta" starten", erzählt Kathrin Hörschlager, die als damalige Geschäftsführerin des Sozialsprengels den Prozess initiierte über den Start. Sie ist seit Gründung des Vereins gemeinsam mit Vertretern und Koordinatoren aller Ortschaften auch im Vorstand des Vereins SoViSta engagiert.( Prozess wurde von der damaligen Heimleiterinn Fr. Margarete Gonzo initiiert Projektleitung hatte damals die Firma Future ) Soziale Leistungen vernetzen und ergänzen Die ehrenamtlichen Leistungen von SoViSta sind eine Ergänzung zu den Leistungen und Angeboten von Einrichtungen wie dem Sozial- und Gesundheitssprengel Stanzertal, dem Wohn- und Pflegeheim Flirsch, NaMaR sowie Vereinen in Strengen, Flirsch, Pettneu und St. Anton am Arlberg. SoViSta ist weit über die Koordination professioneller und ehrenamtlicher Angebote und Leistungen in den Bereichen Pflege, Betreuung, Begleitung, Bildung hinaus aktiv. Denn SoViSta • entwickelt auch Konzepte zu betreutem und betreubarem Wohnen in den Stanzertaler Gemeinden • verbindet Fähigkeiten und Fertigkeiten von Jung und Alt im Stanzertal und • fördert das soziale Miteinander der Generationen Von Menschen für Menschen SoViSta versteht sich als Anlauf- und Koordinationsstelle für Menschen, die Hilfe brauchen, aber auch für jene, die Hilfe anbieten; und Menschen, die Ideen dazu haben. Der zugrunde liegende soziale Aspekt von SoViSta wurde durch den generationsübergreifenden Ansatz durch den "Vital"-Bereich ergänzt. Nach knapp drei Jahren kann SoViSta auf schöne und etablierte Projekte verweisen, die gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen umgesetzt haben. Brot wie früher und "Ratschen" Zwei Projekte von Edi Alber, der seine Projekte unter dem SoViSta Schirm anbot, zeigen wie sich Projekte talübergreifend verbreiten können. Ausgehend von der Idee, Brot wie in früheren Tagen zu backen, wurde vor zwei Jahren in St. Jakob am Arlberg ein "Brotacker" angelegt. Auf dem Acker wächst neben den Erdäpfeln jetzt auch Korn - und Schulklassen beteiligen sich beim Aussäen, wie auch im Herbst beim Ernten und Dreschen des Getreides: Daraus wird anschließend Brot wie früher gebacken. Belebung im wahrsten Sinn erfuhr die alte Tradition des Ratschens, die Edi Alber mit Kindern aus fünf Orten aufleben ließ. Gemeinsam baute man die hölzernen Instrumente, mit denen man in der Woche vor Ostern durch die Dörfer zieht, um mit unterschiedlichen Sprüchen an die Osterandachten zu erinnern. So wurde am Karfreitag ab Mittag für drei Stunden im gesamten Stanzertal von Kindern geratscht und damit diese alte Tradition belebt. Miteinander in der "Mitte" angekommen Schön zu beobachten ist auch, wenn sich der Kreis schließt. So geschehen bei SoViSta als sich Frauen mittleren Alters zum gemeinsamen Kochen trafen. Und als sichtbares Zeichen ihres gelebten und gekochten Miteinanders ein Kochbuch herausgaben. Darüber erfahren Sie in einem zweiten Bericht über SoViSta bald mehr...