Ratschen und klappern zum Englischen Gruß

  • Seit geraumer Zeit basteln die Kinder der 3. und 4. Klasse der Volksschule Strengen an Osterratschen. Die Idee dazu hatten Edi Alber und Hans Sieß. Am Palmsonntag werden die Kinder ihre Werke präsentieren und am Karfreitag und -samstag werden sie diese an ausgewählten Orten in der Gemeinde erklingen lassen. Zudem werden Spenden für eine hilfsbedürftige Familie aus dem Stanzertal gesammelt.

    Bereits im vergangenen Jahr sind Edi Alber und Hans Sieß, beide im Verein SoViSta tätig, an die Schulleitung der Volksschule Strengen bezüglich der Umsetzung eines „Ratschenprojektes“ herangetreten. Nach eingehender Planung und Vorbereitung war es dann vor wenigen Wochen soweit: Es ging mit den 31 Kindern der 3. und 4. Klasse ans Werk. Edi Alber, der schon vor einigen Jahren in St. Jakob Ratschenkinder um sich geschart hat und auch in Tobadill mit den Kindern Osterratschen bauen wird, hat nicht nur das für den Bau benötigte Holz zur Verfügung gestellt, er hat auch einiges an Vorarbeit geleistet, sodass die Kinder die ausgeschnittenen und gedrechselten Ratschenteile nur noch unter der fachkundigen Anleitung von Klassenlehrerin Beate Grabner, Direktor Rainer Pinzger sowie den „Projektvätern“ Edi Alber und Hans Sieß zusammenbauen, verzieren und schmücken müssen bzw. mussten.

    VD Rainer Pinzger, Edi Alber, Beate Grabner und Hans Sieß mit den Ratschenkindern der 3. und 4. Klasse der VS Strengen.

    Schon im Vorfeld über das Vorhaben und die Bedeutung des Brauchs des Ratschens informiert, waren die Schulkinder Feuer und Flamme. „Hinter dem Projekt steckt nach den Intentionen von Edi Alber ein tieferer Sinn. Es geht einerseits darum, den Kindern ein Stück unserer Kultur näher zu bringen, andererseits soll das Miteinander gestärkt werden, denn wer mit dabei ist, ist ein Ratschenbruder oder eine Ratschenschwester“, so Pinzger. Wie schon erwähnt, werden die Holzratschen auch verziert und zwar mit einem Palmbuschen und einem aus Wolle geflochtenen Band. Gehen die Kinder auch im kommenden und darauffolgenden Jahr als Ratschenkinder, dann kommen zusätzliche Bänder dazu. Neben den Ratschen werden die VolksschülerInnen gemeinsam mit Werklehrerin Annamarie Aumüller ein Halstuch in den für Strengen gewählten Farben Blau und Weiß gestalten. Die Tücher wurden von der Gemeinde Strengen spendiert.

    Edi Alber ist nicht nur handwerklich geschickt, hinter seinem Tun steckt auch immer ein tieferer Sinn. Fotos: © Alfred Plankensteiner

    Am Palmsonntag werden die Kinder gemeinsam mit den Lehrpersonen bei der Prozession mit dabei sein und dabei stolz ihre Ratschen, die im Rahmen der Heiligen Messe gesegnet werden, präsentieren. „Es geht dabei vor allem darum, die Gemeinschaft zu spüren, aber natürlich wird auch das Gebastelte präsentiert“, sagt der Direktor. Zu hören werden die Ratschen an diesem Tag aber noch nicht sein. Dies wird erstmals am Karfreitag, an dem um 15 Uhr auch ein Kinderkreuzweg zur Stopferkreuz-Kapelle im Weiler Steig stattfinden wird, am Karsamstag und eventuell am Ostersonntag-Morgen der Fall sein. Die Idee: Die Kinder werden in kleinen Gruppen im Gemeindegebiet von Strengen an bestimmten Orten wie Kapellen und Kreuzen ihre Ratschen ertönen lassen und dazu z. B. „Wir klappern zum Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss“ rufen. Hans Sieß: „Das Ratschen soll keine Rasslerei und Lärmerei, sondern ein Wiederbeleben eines alten Brauches sein und zudem werden im Rahmen des Projektes auch Spenden für eine hilfsbedürftige Familie aus dem Stanzertal gesammelt.“