In Ruhe verrückt werden dürfen

  • Der neu gegründete Verein Soziale Vision Stanzertal (SoViSta) lud am vergangenen Mittwoch im Arlbergsaal zu einer Fortbildungsveranstaltung rund um das Thema Demenz. 

     

    Anton Stabentheiner (1. v. r.) von der Firma DASTA und Trainer für „Wahrnehmende Pflege und Betreuung“ referierte über das Thema „Wie wirke ich auf Demente?“ und beleuchtete, welche Auswirkungen die innere Einstellung auf pflegebedürftige Menschen hat. Anschließend sprach Edith Burmester (Mitte) über „Komplementäre Pflegeansätze“ und stellte die Aromapflege vor.

     

    Burmester leitet ein Altenwohnheim in Schwaz und ist Expertin für neue und zeitgemäße Ansätze in der Begleitung dementer Menschen.  Während am Nachmittag vor allem Fachleute – MitarbeiterInnen der Gesundheits- und Sozialsprengel und PflegerInnen – die Vorträge mit Interesse verfolgten, war der Vortrag am Abend für die Öffentlichkeit ausgelegt.

    Erich Schützendorf sprach über das Thema „In Ruhe verrückt werden dürfen“ und näherte sich dem Thema Demenz auf neue und außergewöhnliche Weise. Der deutsche Diplom-Pädagoge und Lehrbeauftragte für Altenbildung und -arbeit an der Hochschule Niederrhein zog die rund 170 Zuhörer mit seinen außergewöhnlichen Ansichten in den Bann und regte zum Nachdenken an. „Der geistige Abbau bei dementen Menschen sollte nicht als Verlust gesehen, sondern am besten einfach hingenommen werden“, riet Schützendorf. Wie bei den Kindern, die sich Fähigkeiten aneignen und die komplexen Zusammenhänge der Welt begreifen lernen, sollte man bei Menschen mit Demenz akzeptieren, dass sie sich auf den Stufen wieder zurückbewegen. „Wir müssen lernen, Menschen auf ihrer Entwicklung vom Verstand weg zu begleiten“, so Schützendorf. Angehörige und Pflegende sollten versuchen, sich mit dem Kindlichen und Spielerischen von dementen Menschen auseinanderzusetzen. Die Kommunikation sollte dabei weniger über die Sprache, sondern viel mehr über die Sinne und Gefühle stattfinden.

     

    SoViSta-Obfrau Maria Kössler freute sich über den großen Erfolg der Veranstaltung, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins und des Sprengels Stanzertal rund um Geschäftsführerin Kathrin Hörschläger organisiert wurde.

     

     „Wir freuen uns, dass unser Verein so gut angenommen wird und wir nach vier Monaten Arbeit bereits 200 aktive und unterstützende Mitglieder haben“, so Kössler. Einige Unternehmen haben dem Verein ebenfalls bereits unter die Arme gegriffen: Die Firma MPreis spendierte für das Kochprojekt 500 Euro und auch die Raiffeisenbank St. Anton am Arlberg stellte sich mit einem Scheck über 1.000 Euro ein.


    Gerhard Eichhorn von der Raiffeisenbank St. Anton überreichte Vereinsobfrau Maria Kössler und Sprengel-Geschäftsführerin Kathrin Hörschläger (v. l.) einen Scheck über 1.000 Euro.