Haupt- und Ehrenamt im Focus SoViSta-Fachfortbildung und Podiumsdiskussion

  • (alpl) Kürzlich lud der Verein SoViSta anlässlich des 2. Geburtstags zum SoViSta-Tag 2013. Auf dem Programm standen u. a. die Fortbildungsveranstaltung „Haupt- und Ehrenamt als Team – Stolpersteine als Chance“ und es gab einer hochkarätig besetzte Podiumskiskussion zum Thema.

    Der SoViSta-Tag war, trotz einiger parallel stattfindender Veranstaltungen, ein toller Erfolg und sehr gut besucht. An der Fortbildungsveranstaltung zum Thema Haupt- und Ehrenamt nahmen rund 40 Personen teil. Als kompetente Referentin konnte Mag. Pia Krismer gewonnen werden. Sie lenkte den Focus auf Probleme, Vorurteile aber auch Chancen bei der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Pflege. Oft sei es der Fall, dass Hauptamtliche gewisse Resantiments haben, weil Ehrenamtliche interne Abläufe nicht oder nicht in dem Ausmaß kennen. Ehrenamtliche werden in der Regel auch immer von Hauptamtlichen instruiert.

    DIFFERENZIERT. Ein Problem sei auch, dass es hinsichtlich der Zuständigkeiten bei Ehrenamtlichen oft Unklarheiten gebe. Oft gebe es auch ein Konkurrenzdenken, das wiederum zu Spannungen führen kann. Ehrenamtliche wiederum empfinden ihre Arbeit von Hauptamtlichen oft als zu wenig geschätzt, sie haben oft auch Scheu, „Nein“ zu sagen. Manches Fachvokabular ist für Ehrenamtliche unverständlich, sie getrauen sich aber nicht nachzufragen, weil sie dann als „dumm“ dastehen könnten. Konfliktpotential beinhaltet auch die Tatsache, dass Ehrenamtliche nicht oder kaum mitreden dürfen und Ehrenamtliche oft das Gefühl haben, dass Hauptamtliche zu viel dokumentieren und zu wenig nach „Hausverstand“ vorgehen.

    LÖSUNG STATT PROBLEM. Wie Krismer betonte, sei es hierbei wichtig, mehr gegenseitige Akzeptanz zu erreichen. Sowohl Haupt-, wie auch Ehrenamtliche könnten voneinander lernen. Wichtig sei es auch, dass Ziele, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse klar definiert und auch kommuniziert und akzeptiert werden. Die Einhaltung von „Spielregeln“ spiele für eine gute Zusammenarbeit dabei ebenso eine große Rolle, wie eine gute Gesprächs-, Konflikt- und Fehlerkultur. Lösungsorientiertes Arbeiten muss vor Problemorientierung stehen. Es werde aber immer noch sehr häufig darum „gerauft“, wer Recht hat. Besser sei es aber, einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen, worum es eigentlich geht, denn der Lösung ist es egal, wie ein Problem entstanden ist.

    CHANCEN SEHEN. Wertschätzung gegenüber den anderen, keine Abwertung und nicht entweder oder, sondern sowohl als auch müssen in den Mittelpunkt treten. Es bringe auch nichts, ständig darüber zu jammern, was man nicht hat, sondern zu sagen, was man braucht. Man müsse sich selbst und andere Anerkennen und akzeptieren, Innehalten, wenn z. B. negative Impulsreaktionen auftauchen und sich vor oft falschen bzw. voreingenommenen Interpretationen und Bewertungen hüten. Außerdem müsse auch Platz dafür sein, seine Gefühle kundzutun, z. B.: Ich bin wütend, weil… Auch wenn es oft schwer fallen mag, so müssen Stolpersteine als Chance gesehen werden, weil sie genau auf das hinweisen, was nicht funktioniert und nur so kann man auch darauf reagieren.

    IM WANDEL. Bei der Podiumsdiskussion wurden dem Publikum dann Erfahrungen und Sichtweisen aus dem Umfeld der Diskutierenden, darunter BH Markus Maaß, Herbert Keim, Martin Raffeiner, Martin Lesky, Werner Mühlböck, Pia Krismer, Monika Zangerl, Dietmar Schennach, Christian Klimmer und Johanna Spiß nähergebracht. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Ehrenamtlichkeit heute einem gewissen Wandel unterworfen ist. Während bei den Traditionsvereinen ein gewisser Rückgang an Ehrenamtlichen zu verzeichnen sei, sei vor allem bei jungen Menschen die Projektbezogene Freiwilligkeit im Kommen.

     

    Mag. Pia Krismer konnte im Rahmen der Fachfortbildung „Haupt- und Ehrenamt als Team – Stolpersteine als Chance“ den zahlreich teilnehmenden Interessierten viele wertvolle Tipps mitgeben. RS-Fotos: Plankensteiner

     

    Margret Gonzo, Martin Lesky, Monika Zangerl, Christian Klimmer, Kathrin Hörschläger, Werner Mühlböck, Anton Stabentheiner, Dietmar Schennach, Pia Krismer, Markus Maaß, Johanna Spiß, Herbert Keim und Maria Kössler freuten sich über den gelungenen und gut besuchten SoViSta-Tag 2013.